Jahresinspektion
Die genaue Einhaltung der Inspektionsintervalle bei einer Opel-Vertragswerkstatt ist bei Neuwagen in den ersten drei Jahren nach Erstzulassung unbedingt notwendig, um Garantieansprüche zu erhalten.
Auch beim Kauf eines Gebrauchtwagens vom Händler sollten während der Garantielaufzeit die geforderten Inspektionsintervalle in den Werkstätten eingehalten werden, die in der Garantieurkunde vorgeschrieben werden. In der Regel reicht zum Erhalten der Garantie auch die Inspektion in einer freien (Meister-) Werkstatt aus. Im Übrigen muss jede Fachwerkstatt eine mindestens einjährige Gewährleistung auf die ausgetauschten Komponenten und die Arbeitsleistung geben.
Bei älteren Fahrzeugen wird aus Kostengründen oftmals keine regelmäßige Inspektion mehr durchgeführt. Unter Umständen wird hier am falschen Ende gespart, denn Mängel können die Verkehrs- und Betriebssicherheit deutlich beeinträchtigen, zudem können defekte Bauteile Folgeschäden verursachen.
Natürlich kann eine Inspektion auch in Eigenregie durchgeführt werden. Auch ohne umfangreiche Erfahrung mit der Kfz-Technik können kleinere Inspektionsarbeiten selbst durchgeführt werden. Die Prüfungen und Arbeiten, die ein höheres Maß an Fachkenntnis erfordern, sollten dann einer Fachwerkstatt überlassen bleiben.
Unbedingt zu beachten ist, dass fehlerhafte Reparaturen an sicherheitsrelevanten Bauteilen des Fahrzeugs nicht nur erhebliche Unfallgefahren heraufbeschwören, sondern auch strafrechtlich relevant sein und zudem Regressansprüche des Versicherers auslösen können.
In der nachfolgenden Aufstellung sind die Arbeiten gelb gekennzeichnet, die durchaus von handwerklich geschickten Laien ausgeführt werden können. Prüfungen und Arbeiten, die fundierte Kenntnisse der Kfz-Technik und/oder besondere Werkzeuge voraussetzen, sind blau gekennzeichnet.
Davon abgesehen sollte auf jeden Fall ein fahrzeugspezifisches Fachbuch ("So wird's gemacht" o.ä.) vorhanden sein, um die Lage der Bauteile und ggf. deren korrekte Demontage bzw. Montage sicherzustellen.
Vor Durchführung einer Inspektion sollte man dem Fahrzeug eine gründliche Außen- und Innenreinigung gönnen. Ist der Motorraum sehr stark verschmutzt, sollte eine Motorwäsche durchgeführt werden. Wer in der Durchführung einer Motorwäsche keine Erfahrung hat, sollte diese Arbeit einem professionellen Fahrzeugaufbereiter überlassen. Fehler können Bauteile der Fahrzeugelektrik und -elektronik schwer beschädigen.
Im Grunde sollte für eine ordentliche Inspektion eine Hebebühne oder zumindest eine Grube zur Verfügung stehen. Falls keine eigenen diesbezüglichen Ressourcen zur Verfügung stehen, sollte man die Inspektion in einer Mietwerkstatt durchführen. Ein Zeitbedarf von 3 - 4 Stunden sollte einkalkuliert werden. In einer Mietwerkstatt steht meist ein Kfz-Mechaniker oder gar Kfz-Meister bereit, der bei Fragen oder Problemen zu Rate gezogen werden kann. Außerdem können manchmal benötigte Werkzeuge gegen geringes Entgelt ausgeliehen oder verbrauchte Betriebsflüssigkeiten bzw. Altteile vor Ort entsorgt werden. Die Kosten eines Hebebühnenplatzes betragen pro Stunde meistens zwischen € 6,-- und € 10,--.
Zum Material:
In jedem Fall sollte Wert darauf gelegt werden, nur Originalteile oder qualitativ gleichwertige Ersatzteile zu verwenden. Gute Ersatzteile kosten ihr Geld, sie sind es aber auch wert. Minderwertige Teile unbekannter Herkunft und Qualität sind hinausgeworfenes Geld und können im Extremfall die Betriebs- und Verkehrssicherheit des Fahrzeugs stark beeinträchtigen.
1) Luftfilter Papierelement wechseln.
Das Luftfilterelement ist für den Kraftstoffverbrauch und das Abgasverhalten von entscheidender Bedeutung. Mindestens alle 15.000 km oder einmal jährlich sollte das Filterelement gewechselt werden. Häufigere Wechselintervalle schaden keinesfalls, wenn das Fahrzeug oft auf staubigen Straßen bewegt wird. Um das Filterelement zu prüfen, öffnet man am Luftfilterkasten die Schnappverschlüsse und entnimmt das Filterelement. Im Regelfall ist das Filtermaterial in neuem Zustand gelb eingefärbt. Hat das Filtermaterial eine graue oder gar schwärzliche Färbung, ist das Filterelement zu ersetzen.
Bei dieser Gelegenheit sollte das Unterteil des Luftfilterkastens von grobem Schmutz und Laub befreit werden. Idealerweise geht das mit einem Staubsauger.
Die Kosten für ein neues Filterelement sind je nach Fahrzeugmodell unterschiedlich und betragen im Mittel um € 20,-- - € 25,--.
Manche Fahrzeuge sind mit Dauerfiltern nachgerüstet (z.B. K & N), die mit speziellem Waschbenzin gereinigt, neu eingeölt und wiederverwendet werden können. Diesen Filtern stehe ich persönlich etwas skeptisch gegenüber, da nach Reinigen und Neueinölen nicht wirklich sichergestellt werden kann, dass die ursprüngliche Filterwirkung in Verbindung mit optimalem Luftdurchsatz wieder erreicht wird. Dies kann zu einem deutlich erhöhten Motorverschleiß und/oder Mehrverbrauch führen. Wer auf diese Dauerfilter nicht verzichten möchte, sollte immerhin die Reinigung und Aufbereitung nach Vorschrift des Filterherstellers durchführen. Muss jeder selbst wissen, ob er sich diese Sauerei antun möchte...
Benötigtes Werkzeug: bei Vergasermotoren Ratsche und 13er-Stecknuß, bei Einspritzmotoren wird ggf. noch ein Schlitz- oder Kreuzschlitzschraubendreher benötigt, um den Verbindungsschlauch zwischen Luftmengenmesser und Drosselklappenstutzen zu demontieren.
2) Pollenfilter ersetzen
Beim Omega B ist je nach Ausstattung ein Pollenfilter vorhanden, der seinen Platz unter einer Plastikabdeckung an der Spritzwand zum Fahrzeuginnenraum hat. Dieses Filterelement hat die Aufgabe, die Innenraumlüftung von Pollen und Stäuben zu reinigen. Auch dieses Filterelement sollte alle 15.000 km oder einmal jährlich gewechselt werden. Überalterte Filter vermindern den Luftdurchsatz der Lüftung, außerdem können die Filter "durchschlagen", was dazu führt, daß der Filterinhalt erst recht in den Innenraum geblasen wird. Für Allergiker kann dies zum echten Problem werden.
Die Kosten für einen Pollenfilter betragen ungefähr € 30,--. Werkzeug wird normalerweise nicht benötigt.
3) Zündkerzen, Verteilerkappe, Verteilerläufer und Zündkabel prüfen und ggf. ersetzen.
Wichtig: das Berühren der Bauteile der Zündanlage bei laufendem Motor ist lebensgefährlich! Die Zündspannung bei modernen Zündanlagen liegt zwischen 25.000 und 35.000 Volt.
Bei Fahrzeugen mit geregeltem Katalysator halten gute Markenzündkerzen mindestens 30.000 km. Bei Fahrzeugen ohne geregelten Katalysator sollten die Zündkerzen alle 15.000 km ersetzt werden. Zündkerzen dürfen nur bei kaltem oder maximal handwarmem Motor gewechselt werden. Zudem ist streng auf das vorgeschriebene Anzugsmoment zu achten. Zu festes Anziehen der Zündkerzen oder das Lösen mit ungeeignetem Werkzeug können zu für Laien irreparablen Schäden am Kerzengewinde im Zylinderkopf oder zum Zerbrechen der Zündkerzen führen. Fallen Bruchstücke einer Zündkerze ins Zündkerzenloch, kann dies zu schweren Motorschäden führen!
Die alten Zündkerzen sollten in der Reihenfolge des Ausbaus abgelegt und dann verglichen werden. Alle Kerzenbilder sollten sich gleichen. Weichen einzelne Kerzenbilder deutlich ab, kann dies auf diverse Schäden hinweisen. Genauere Hinweise zur Interpretation der Zündkerzenbilder sehen Sie auf der Werkstattseite unter "Zündkerzen".
Beim Motor C30SE sollte mit einer Taschenlampe der Zündkerzenschacht geprüft werden. Steht Öl im Zündkerzenschacht, müssen die O-Ringe zwischen Zylinderkopf und Zylinderkopfdeckel ersetzt werden. Diese Arbeit ist recht aufwendig, sollte aber beizeiten erfolgen, um Fehlzündungen und damit die Gefährdung der Katalysatoren zu vermeiden.
Die Zündkabel sollten stets sauber und trocken sein. Zudem dürfen sie nirgends scheuern oder an heißen Motorteilen anliegen. Ansonsten Sichtkontrolle auf mechanische Beschädigungen (z.B. Marderbiss). Eine einfache Kontrolle ist bei Dunkelheit möglich. Bei geöffneter Motorhaube Motor laufenlassen. Sind im Bereich der Zündkabel bläuliche Funkenstrecken zu beobachten, ist bei mindestens einem Zündkabel die Isolation defekt. Sinnvollerweise wechselt man in diesem Fall alle Zündkabel aus.
Die Verteilerkappe sollte abgenommen werden. Die Reinigung erfolgt entweder mit Bremsenreiniger oder Spiritus. Dann mit fusselfreiem Tuch trocknen. Zeigen sich in der Verteilerkappe Risse, starke Korrosionsspuren der Kontakte oder andere Beschädigungen, dann muss die Verteilerkappe ersetzt werden. Gleiches gilt für den Verteilerläufer. Befinden sich deutliche Ölspuren in der Verteilerkappe (gerne bei OHC-Motoren), dann muss der Abdichtring zum Nockenwellengehäuse ersetzt werden.
Bei kontaktgesteuerten Zündanlagen älterer Fahrzeuge (z.B. Rekord E1) muss gegebenenfalls der Kontaktabstand geprüft und neu eingestellt werden und der Schmierfilz mit einem Tropfen Motoröl geschmiert werden.
Gute Markenzündkerzen (z.B. Beru, Bosch, Champion, NGK) kosten pro Stück zwischen € 4,-- und € 9,--. Es gibt natürlich von fast jedem Zündkerzenhersteller wesentlich teurere Hochleistungszündkerzen mit verlängerter Standzeit, die sich dann lohnen können, wenn der Zündkerzenaustausch sehr arbeitsintensiv ist. Werbeversprechen, die eine Steigerung der Motorleistung in Aussicht stellen, können getrost als Märchen verworfen werden. Die für den jeweiligen Motor vorgesehenen Marken-Zündkerzen stellen in jedem Fall die optimale Verbrennung des Gemisches bei jedem Lastzustand sicher.
Verteilerkappen kosten zwischen € 12,-- (CIH-Vierzylinder) und € 55,-- (C20NE), Verteilerläufer um € 10,--. Zündkabel-Sets kosten für Vierzylindermotoren um € 35,--, für Sechszylinder um € 50,--. Besonders teuer sind Zündkabel für den C30SE, die mehr als € 100,-- im Set kosten.
An Werkzeugen wird eine Ratsche mit passender Zündkerzen-Spezialnuß und ggf. Verlängerung bzw. Gelenk benötigt. Zum Anziehen empfiehlt sich ein Drehmomentschlüssel. Zum Abnehmen der Verteilerkappe benötigt man beim C20NE einen Torx-E8-Ringschlüssel, bei den anderen Motoren genügt ein kräftiger Schraubenzieher zum Abhebeln der Spannklammern.
4) Kraftstoff-Filter bzw. Kraftstoff-Feinfilter ersetzen.
Der Wechsel des Kraftstofffilterelements (bei Vergasermotoren) bzw. des Kraftstoff-Feinfilters (bei den Einspritzmotoren) sollte mindestens alle 100.000 km durchgeführt werden. Das Filterelement sitzt bei den Einspritzmotoren auf der rechten Fahrzeugseite kurz hinter dem Benzintank oder hinter dem rechten Seitenschweller auf Höhe der hinteren Tür. Beim Einbau des neuen Benzinfilters ist auf die richtige Einbaulage zu achten (Pfeilspitze muss in Richtung Motor zeigen!).
An Werkzeugen wird ein Schlitz- oder Kreuzschlitzschraubendreher zum Lösen und Anziehen der Leitungsschellen benötigt. Profis verwenden zusätzlich Leitungsklemmen, um die Menge des auslaufenden Kraftstoffs zu begrenzen.
Ein neuer Kraftstofffilter kostet um € 15,--. Neue, passende Schlauchschellen sollten ebenfalls verwendet werden.
Das verbrauchte Filterelement entleeren und dort zur Entsorgung abgeben, wo das neue Filterelement gekauft wurde. Der Händler ist zur kostenlosen Entsorgung des gebrauchten Filterelements verpflichtet.
Vorsicht: Brandgefahr, da ein geringes Auslaufen von Kraftstoff beim Wechsel des Filters kaum zu vermeiden ist. Auslaufenden Kraftstoff in einem Gefäß auffangen. Rauchen und offenes Licht ist verboten, zum eigenen Gesundheitsschutz sollten unbedingt benzinfeste Arbeitshandschuhe und eine Schutzbrille getragen werden, da Ottokraftstoff stark reizend auf Haut und Schleimhaut wirkt und hochgiftig ist.
5) Kraftstoffanlage prüfen.
Die komplette Kraftstoffanlage ist auf Undichtigkeiten zu prüfen. Insbesondere die flexiblen Schläuche neigen im Lauf der Jahre zur Versprödung und bekommen Risse, durch die Kraftstoff austreten kann. Brandgefährlich ist das vor allem im Bereich des Abgaskrümmers, da Benzin auf den heißen Krümmer tropfen oder spritzen kann. Versprödete, rissige Benzinschläuche sind daher umgehend zu ersetzen!
Auch der Tank sollte bei dieser Gelegenheit sichtgeprüft werden. Starke Korrosionsspuren an den Nähten sollten mit einer Drahtbürste entfernt und die Nähte anschließend mit Unterbodenschutzwachs versiegelt werden. Starker Kraftstoffgeruch oder feuchte Stellen am Tank können darauf hindeuten, dass der Tank an der Oberseite durchgerostet ist. In diesem Fall sollte auf eigene Reparaturversuche verzichtet und eine Fachwerkstatt um Rat gefragt werden. Nicht in jedem Fall muss der Tank komplett ersetzt werden. Fallweise ist auch eine Reparatur des Tanks möglich, was aber professionelle Kenntnisse voraussetzt.
6) Keilriemen prüfen und ggf. nachspannen.
Der Keilriemen oder Keilrippenriemen darf nicht brüchig oder rissig sein, beim Keilriemen müssen die Flanken in einwandfreiem Zustand sein. Während der Keilrippenriemen einen automatischen Spanner aufweist, ein Nachspannen also entfällt, muß der Keilriemen zwischen Wasserpumpe und Lichtmaschine mit Daumendruck etwa 1 cm nachgeben. Beim Keilriemen ist ggf. nachzuspannen. Nicht zu stark nachspannen, da sonst die Lager von Wasserpumpe und Lichtmaschine über Gebühr belastet werden. Bei den Motoren 2.3D und 2.3TD ist der Keilriemen im Rahmen der Inspektion in jedem Fall zu wechseln, da von diesem auch die Vakuumpumpe mit angetrieben wird, die für das Funktionieren des Bremskraftverstärkers verantwortlich ist.
7) Bremsflüssigkeit kontrollieren und ggf. wechseln.
Der Bremsflüssigkeitsstand im Vorratsbehälter sollte zwischen der Minimum- und Maximum-Markierung liegen. Ein stark abgesunkener Bremsflüssigkeitsstand trotz noch wenig abgenutzter Bremsbeläge kann auf eine Undichtigkeit im Bremssystem hindeuten. Bei einer solchen Feststellung ist umgehend eine Fachwerkstatt aufzusuchen! Frische Bremsflüssigkeit ist hellgelblich und klar. Gealterte Bremsflüssigkeit ist honigfarben, bei starker Alterung dunkelbraun bis schwärzlich. Fachwerkstätten besitzen ein Gerät zur Messung des Wassergehalts der Bremsflüssigkeit.
Da Bremsflüssigkeit stark hygroskopisch ist, zieht diese Wasser aus der Umgebungsluft, wodurch der Siedepunkt herabgesetzt und zudem Korrosion im Bremssystem ausgelöst wird. Daher ist die Bremsflüssigkeit in zweijährlichem Abstand zu wechseln. Das Wechseln der Bremsflüssigkeit sollte - insbesondere bei Fahrzeugen mit ABS - ausschließlich mit einem professionellen Druckentlüftungsgerät vorgenommen werden und setzt in der Durchführung professionelles Wissen voraus.
Fehler bei der Durchführung des Bremsflüssigkeitswechsels können zum totalen Versagen der Bremsanlage führen!!!
Bei den meisten Fahrzeugen ist Bremsflüssigkeit der Spezifikation DOT 4 ausreichend. Im Zweifel fragen Sie in der Fachwerkstatt nach, welche Bremsflüssigkeit für Ihr Fahrzeug verwendet werden muss. Ein Liter Bremsflüssigkeit kostet im Fachhandel um € 10,--.
Der Wechsel der Bremsflüssigkeit kostet in der Fachwerkstatt in der Regel zwischen € 25,-- und € 35,--.
Vorsicht: Bremsflüssigkeit ist stark ätzend und ruft Lackschäden hervor. Daher sollte man entsprechende Schutzhandschuhe beim Hantieren mit Bremsflüssigkeit tragen. Darüber hinaus ist Bremsflüssigkeit extrem giftig. Die abgelassene Bremsflüssigkeit ist als Sondermüll in einem entsprechenden, dicht schließenden Gefäß zu kennzeichnen, und bis zur Entsorgung (Umweltmobil oder Sondermüllsammlung der örtlichen Entsorger) kindersicher aufzubewahren. Sie darf keinesfalls dem Altöl beigemischt werden!!!
8) Klimaanlage prüfen.
Die Klimaanlage sollte mindestens einmal im Monat für wenigstens 15 Minuten in Betrieb genommen werden, damit die Dichtungen im Kältekompressor ausreichend geschmiert werden. Ansonsten Klimaanlage auf maximale Kühlleistung einschalten und mit einem geeigneten Thermometer nach ca. 5 Minuten prüfen, welche Temperatur an den Luftauslässen erreicht werden. Falls es deutlich mehr als 10°C sein sollten, ist möglicherweise bereits ein Teil des Kältemittels entwichen und muß aufgefüllt werden. Dieses Auffüllen kann nur mit professionellem Gerät in der Fachwerkstatt erfolgen.
In Eigenregie sollte aber einmal jährlich mit einem handelsüblichen Klimaanlagen-Desinfektionsspray Desinfektionsmittel in den Gebläsekasten gesprüht werden, um dort entstehende Keime und Pilzsporen abzutöten. Diese Keime sind auch der Grund für muffigen Geruch, der möglicherweise beim Betrieb des Gebläses aus den Lufteinlässen kommt. Für Allergiker und Asthmatiker können solche Keime problematisch werden!
Ein entsprechender Desinfektions-Spray kostet um € 15,-- im Fachhandel. Die Anwendung erfolgt gemäß Anwendungsanleitung.
9) Gasgestänge fetten.
Das Gestänge hinter dem Gaspedal und an der Drosselklappe ist mit Mehrzweckfett zu schmieren.
10) Kühlsystem Sichtprüfen und Kühlmittelstand prüfen und ggf. ergänzen
Die Kühlmittelschläuche, deren Schellen, Kühler und Ausgleichsbehälter sollten auf Kühlmittelspuren (weißlich-grauer, pulvriger Belag) und ggf. auf Risse, Verhärtungen und Beschädigungen überprüft werden. Verhärtete oder rissige Kühlmittelschläuche ersetzen. Bei Kühlmittelspuren im Bereich der Wasserpumpe ist diese zu ersetzen. Dann Motor laufen lassen und horchen, ob die Wasserpumpe rödelnde oder quietschende Geräusche verursacht. Bei entsprechendem Befund ist die Wasserpumpe zu ersetzen.
Erreicht die Kühlmitteltemperaturanzeige im Fahrbetrieb kaum die 75°C-Markierung (1/4-Markierung der Anzeige), ist vermutlich der Thermostat defekt. Nach meiner Erfahrung taugen die Thermostaten aus dem Zubehör nicht viel, auch wenn es Markenprodukte sind. Meine Empfehlung lautet klar: Originalersatzteil. Kostenpunkt: um € 35,--.
Die Visco-Kupplung des Kühlerflügels kann man sehr einfach testen: bei betriebswarmem Motor einen großen Schraubenzieher vorsichtig in den laufenden Flügel halten. Läßt sich der Kühlerflügel leicht anhalten, ist die Visco-Kupplung defekt und muss ersetzt werden. Kostenpunkt: um € 120,--. Zum Wechsel werden allerdings zwei Schraubenschlüssel mit Maulweite 32 und 36 benötigt. Achtung: das Gewinde ist rechtslösend!
Der Kühlmittelstand muß bei kaltem Motor bis zur entsprechenden Markierung am Ausgleichsbehälter reichen. Frostschutz mit entsprechendem Aräometer auf -25°C bis -30°C ausspindeln und entsprechend ergänzen. Da das Frostschutzmittel nicht nur ein Einfrieren der Kühlflüssigkeit verhindert, sondern auch zur Schmierung der Wasserpumpe dient und den Siedepunkt des Kühlwassers erhöht, ist auch im Sommer auf eine ausreichende Beimischung des Frostschutzes zu achten. Im übrigen sollte das Kühlmittel möglichst alle zwei Jahre ersetzt werden.
Handelsübliches Kühlmittelkonzentrat kostet im 1,5-Liter-Gebinde zwischen € 3,80 und € 8,--.
Ein brauchbares Aräometer ist im Handel teilweise schon für weniger als € 5,-- zu bekommen.
Abgelassenes Kühlmittel ist giftig und umweltschädlich, daher als Sondermüll zu entsorgen und darf keinesfalls in die Kanalisation gekippt werden!!!
11) Ölwechsel mit Ölfilterwechsel
Das Motoröl sollte bei betriebswarmem Motor abgelassen werden, damit alle Schmutzrückstände ausgeschwemmt werden. Die Öl- Ablass schraube entweder mit einer 19er Stecknuß (oder modellabhängig mit einer 50er-Vielzahn-Stecknuß) aufschrauben.
Das Altöl in ein entsprechend dimensioniertes Gefäß vollständig ablassen und anschließend Öl- ablass schraube mit einem neuen Kupferdichtring wieder einschrauben und auf vorgeschriebenes Drehmoment anziehen. Der Ölfilter wird mit einem Ölfilterschlüssel abgeschraubt und sein Inhalt zum Altöl gekippt.
Beim neuen Filter die Gummidichtung leicht einölen und per Hand festschrauben. Hierzu kein Werkzeug verwenden, da sonst der Dichtring zerquetscht werden kann und dadurch der Filter undicht wird. Um einen schnellen Öldruckaufbau zu erreichen, ist es sinnvoll, den neuen Ölfilter vor dem Einbau mit ca. 300 ml frischem Motoröl zu füllen.
Anschließend neues Motorenöl (Qualität nach jeweiliger Opel-Vorschrift) einfüllen. Die Füllmenge beträgt bei den Vierzylindermotoren ca. 4,5 l und bei den Sechszylindermotoren ca. 5,5 l. Motor starten und im Leerlauf abwarten, bis die Ölkontrollleuchte erlischt. Eine Ausnahme bildet der V8-Motor in Diplomat A / Diplomat B. Bei diesen V8-Motoren muß nach dem Starten mit leicht erhöhter Leerlaufdrehzahl das Erlöschen der Öldruckwarnleuchte erreicht werden. Im Leerlauf baut der Motor nach dem Öl- und Ölfilterwechsel keinen ausreichenden Öldruck auf, bei längerem Laufenlassen im Leerlauf sind Motorschäden zu erwarten!
Aus dem abgelassenen Altöl lassen sich durchaus Rückschlüsse zu den Einsatzbedingungen des Fahrzeugs und auch zum Motorzustand ziehen. Stark nach Kraftstoff riechendes Motoröl läßt den Rückschluß zu, daß das Fahrzeug über längere Zeit im Kurzstreckenbetrieb gelaufen ist und sich durch die Kaltstartanreicherung viel überschüssiger Kraftstoff im Motoröl angesammelt hat. Metallisches Schimmern des Altöls sollte misstrauisch machen. Einen Magneten ins Altöl halten. Nichtmagnetischer Abrieb lässt auf sehr fortgeschrittenen Verschleiß der Pleuel- und Kurbelwellenlager schließen. Magnetischer Abrieb kann durch eine eingelaufene Nockenwelle verursacht sein. Grau-weißlicher Schleim im Motoröl kann ein Hinweis auf Kühlmittel im Motorenöl (und damit einen Defekt der Zylinderkopfdichtung) sein. Regelrecht schlammig-schwarzes Öl mit brenzligem Geruch gibt einen deutlichen Hinweis darauf, daß das Ölwechselintervall erheblich überzogen, mieses Billigöl verwendet und zudem der Motor gnadenlos gejagt wurde. Im Verdachtsfall sollte etwas Altöl aufgehoben und eine Fachwerkstatt zur Beurteilung hinzugezogen werden.
Einen Hinweis auf Schäden durch überaltertes oder mieses Öl ergibt auch ein Blick mit der Taschenlampe in den Nockenwellenkasten bei geöffnetem Öleinfülldeckel. Schwarze, lackartige Verkrustungen sind ein deutliches Zeichen für vorhandenen Schwarzschlamm. Am schonendsten für den Motor entfernt man diesen Schwarzschlamm durch ein auf etwa 5.000 km verkürztes Ölwechselintervall mit sehr gutem Motorenöl.
Es gibt alternativ (z.B. von Liqui Moly) Ölschlammspülungen, die zur Entfernung von Schwarzschlamm verwendet werden können. Die Anwendung erfolgt gemäß Gebrauchsanleitung. Diese Spülungen sind allerdings nicht unbedingt billig. Um € 30,-- müssen für ein solches Spülungsadditiv einkalkuliert werden.
Als "Roßkur" kann man billiges Baumarktöl und Diesel im Verhältnis 50/50 mischen und den Motor bei leicht erhöhter Leerlaufdrehzahl (ca. 1.200 - 1.500 U/min) etwa 10 Minuten laufen lassen. Danach Öl wechseln (nochmals billiges Baumarktöl) und ein neues Ölfilterelement verwenden. Dann eine ausgiebige Probefahrt mit mäßigen Drehzahlen über ca. 50 km durchführen. Danach nochmals mit gutem Motoröl und neuem Ölfilter einen abschließenden Ölwechsel machen. Ein im Grunde noch guter Motor sollte eine solche Roßkur normalerweise ohne zusätzliche Schäden überstehen, einem schon angeschlagenen Motor kann diese Methode aber durchaus vollends das Genick brechen. Für Hochleistungsmotoren wie DOHC- oder Turbomotoren ist die letztgenannte Vorgehensweise auf keinen Fall zu empfehlen! Und auch sonst übernehme ich keinerlei Garantie dafür, daß Ihr Motor diese Roßkur nicht übelnimmt.
Das Altöl nebst altem Ölfilter kann bei dem Händler kostenlos zur Entsorgung abgegeben werden, bei dem Öl und Ölfilter gekauft wurde. Dafür ist aber entscheidend, daß dem Altöl keinerlei Fremdflüssigkeiten (z.B. Kühlmittel, Bremsflüssigkeit) beigemischt wurden. Mit Fremdstoffen verunreinigtes Motoröl muß als Sondermüll entsorgt werden.
Die Ölwechselintervalle betragen beim Benzinmotor 15.000 km, bei den Dieselmotoren teilweise nur 7.500 bzw. 5.000 km oder mindestens einmal jährlich.
Für die älteren OHV-, CIH- und OHC-Motoren mit Korkdichtungen sollte teilsynthetisches Motorenöl verwendet werden, da der Mineralölanteil diese Dichtungen geschmeidig hält. Für neuere OHC, DOHC und CIH-Motoren mit Silikondichtungen ist vollsynthetisches Motorenöl optimal.
Teilsynthetisches Motoröl benötigter Qualität kostet im 5-Liter-Gebinde ca. € 10,-- bis 12,-- pro Liter, vollsynthetisches Motoröl ist pro Liter ca. € 5,-- bis € 10,-- teurer. Wer sparen möchte, dem sei der Kauf eines 20-Liter-Gebindes empfohlen. Der Literpreis des Öls lässt sich durch ein solches größeres Gebinde um bis zu 50% senken!
Dunkel und trocken im verschlossenen Gebinde gelagert ist Motoröl jahrelang ohne nennenswerten Qualitätsverlust haltbar.
Ein Ölfilterelement kostet zwischen € 4,-- und € 7,--.
12) Bei Hilfskraftlenkung Ölstand prüfen und ggf. ergänzen.
Das Servo Öl befindet sich in dem braunen Gefäß am rechten Federbeindom, der Deckel hat das ZF-Logo. Für die Servolenkung wird das gleiche Öl wie für das Automatikgetriebe verwendet (DEXRON II). Normalerweise verbraucht sich das Öl nicht. Wenn ein größerer Fehlbestand im Behälter vorliegt, sind die Servopumpe, die Leitungen und das Lenkgetriebe auf Ölverlust zu prüfen.
Das Servo Öl sollte rot oder allenfalls hellbraun sein. Sehr dunkles Öl ist ein Hinweis darauf, dass die Servopumpe ihre besten Tage bereits hinter sich hat.
13) Vakuumpumpe, Ölstand prüfen
Dieser Prüfungspunkt ist nur bei den Dieselmotoren von Rekord E und Senator A bis Modelljahr 1985 zu prüfen.
14) Getriebeölstand prüfen und ggf. korrigieren
Beim Schaltgetriebe befindet sich die Schraube zum Einfüllen des Getriebeöls seitlich am Getriebe. Die Schraube wird herausgedreht und z.B. mit einem dünnen Schraubenzieher geprüft, ob das Öl bis an den unteren Rand der Einfüllschraube steht. Ansonsten mit Getriebeöl nach Herstellervorschrift auffüllen. Falls das Getriebe im kalten Zustand schwer schaltbar ist, kann mit vollsynthetisches Getriebeöl eine Verbesserung erreicht werden. Das Getriebeöl sollte bei betriebswarmem Motor abgelassen werden, da es sehr viel zähflüssiger als Motoröl ist.
Beim Automatikgetriebe Motor starten und Getriebewahlhebel auf "N" stellen. Der Ölstand sollte bei betriebswarmem Motor geprüft werden, das Fahrzeug muß auf waagerechtem Untergrund stehen. Der Ölpeilstab ist hinten im Motorraum, rechts vom Motorblock. Den Ölstand an der Markierung "hot" ablesen und ggf. mit Automatik-Getriebeöl ergänzen. Nicht überfüllen!!! Dabei auch die Farbe des Öls begutachten. Das Öl ist mit einem kirschroten Farbstoff eingefärbt und sollte allenfalls hellbraun sein. Ist das Öl dunkelbraun bis schwarz, dann sind bereits Schäden an den Lamellenkupplungen im Getriebe aufgetreten.
In diesem Fall oder turnusmäßig alle 30.000 km ist das Automatiköl abzulassen, die Ölwanne abnehmen und das Getriebeölsieb zu ersetzen. Beim Getriebe AR25/35 muß dann noch das Bremsband gemäß Herstellervorschrift eingestellt werden. Anschließend in etwa die Ölmenge einfüllen, die vorher abgelassen wurde. Nun wird das Fahrzeug wieder gestartet und der Getriebewahlhebel auf "N" gestellt. Dann wird ein paar mal zwischen "R" und "D" hin- und hergeschaltet. Anschließend nochmals Getriebeölstand prüfen und eine etwa noch fehlende Restmenge ergänzen.
Auch abgelassenes Getriebeöl kann zum Altöl zugeschüttet werden und mit diesem zusammen entsorgt werden.
15) Hinterachse und ggf. Schaltgetriebe Sichtprüfen.
Bei der Sichtprüfung soll beim Getriebe vor allem auf Ölverlust durch defekte Dichtungen geachtet werden. Bei der Hinterachse sollte auf Ölverlust am Differential geachtet werden sowie auf defekte Gummilager. In diesem Zusammenhang sind auch die Faltenbälge der Antriebswellen auf Beschädigungen zu untersuchen. Beschädigte Faltenbälge sind sofort zu erneuern um Beschädigungen der homokinetischen Gelenke zu vermeiden. Die Antriebswellen sind auf unzulässiges Spiel zu prüfen.
Beim Differential soll die Einfüllschraube rechts seitlich am Differential herausgeschraubt werden. Das Differentialöl soll bis zur Unterkante der Einfüllöffnung reichen. Fehlmengen sind mit Differentialöl aufzufüllen. Befindet sich auf der Einfüllöffnung bei Omega A / Senator B ein Kunststoffstecker, auf dem "SpezÖl" steht, so handelt es sich um ein Sperrdiffferential. In diesem Fall darf nur spezielles Differentialöl mit Sperrölzusatz verwendet werden.
16) Leerlauf und Abgas testen.
Sofern man die entsprechenden Testgeräte nicht hat, sollte man diesen Prüfpunkt von einer Werkstatt erledigen lassen. Vielleicht im Zusammenhang mit einer ohnehin fälligen AU. Sofern der Motor "gut läuft" und die AU nicht fällig ist, kann man sich natürlich auch den Standpunkt "never touch a running system" zu Eigen machen.
Bei Omega A / Senator B kann der Motor-Fehlerspeicher ausgelesen werden. Sind Fehler gespeichert, kann eine gezielte Fehlersuche stattfinden.
17) Beleuchtungs- und Signaleinrichtung prüfen.
Sämtliche Beleuchtungseinrichtungen, Warnblinker und Hupe auf Funktion testen. Defekte Birnen ersetzen.
18) Scheiben- und ggf. Scheinwerferwaschanlage prüfen, füllen und einstellen.
Scheiben- und ggf. Scheinwerferwischer auf korrekte Funktion prüfen. Eingerissene oder schmierende Wischerblätter ersetzen. Scheiben- und Scheinwerferwaschdüsen auf Funktion prüfen, ggf. Düsen reinigen und einstellen. Der Sprühstrahl soll auf das obere Drittel der Scheibe, resp. des Scheinwerfers gerichtet sein. Waschwasser ggf. auffüllen und mit Frostschutz ergänzen, wobei der Frostschutz mit einem entsprechenden Aräometer auf -25°C - -30°C ausgespindelt werden soll.
Verschlissene Wischerblätter oder eine funktionslose Scheibenwaschanlage können übrigens zum Versagen der Prüfplakette bei einer Hauptuntersuchung führen.
19) Türscharniere ölen, Türdichtungen und Kofferraumdeckeldichtung mit Dichtungspflegemittel behandeln.
Von den Türbolzen die obere Verschlusskappe abnehmen und einige Tropfen Motorenöl aus der Ölspritzkanne hineingeben. Türfangbänder mit Schmierfett versehen und die Gummidichtungen an Türen und Hauben mit Dichtungspflegemittel behandeln. Gerissene Dichtungen erneuern.
Die Türschlösser sind mit Öl oder Graphit zu pflegen.
20) Scheinwerfereinstellung prüfen.
Dieser Prüfungspunkt sollte wegen des hierzu notwendigen Spezialgerätes sinnvoll von einer Werkstatt durchgeführt werden.
21) Vorderrad-Scheibenbremsen prüfen.
Vorderräder abnehmen und Bremsscheiben Sichtprüfen. Wenn die Bremsscheiben Defekte aufweisen, wie z.B. Riefen, Risse oder eine starke Gratbildung am äußeren Rand der Bremsscheibe, dann sind diese Bremsscheiben sowie die zugehörigen Bremsbeläge und ggf. die Verschleißanzeiger zu erneuern. Die entsprechende Reparatur ist immer paarweise an beiden Bremsen der jeweiligen Achse durchzuführen. Gegebenenfalls sind nur die Bremsbeläge zu erneuern, wenn diese bereits stark abgefahren sind.
Ungleich abgefahrene Bremsbeläge können durch klemmende Bremskolben im Bremssattel, festgegammelte Schiebemuffen der Bremssättel (Omega-Vierzylinder) oder durch in den Führungen im Bremssattel festgegammelte Bremsbeläge herrühren. Gegebenenfalls sind die Bremsen gängig zu machen, etwaig gerissene Manschetten der Bremskolben zu ersetzen.
Reparaturen an der Bremsanlage erfordern professionelles Fachwissen. Pfusch kann zum völligen Ausfall der Bremsanlage führen. Im Zweifel sind erforderliche Arbeiten von einer Fachwerkstatt ausführen zu lassen!
22) Hinterrad-Scheibenbremsen.
Siehe Vorderradbremsen, nur daß hinten keine Verschleißanzeiger vorhanden sind.
23) Hinterrad-Trommelbremsen prüfen und bis Modelljahr 1984 einstellen.
Hierzu sind die Bremsbeläge zurückzudrücken und der Bremssattel von der Trägerplatte ( 2x 19er Schrauben) abzunehmen und die Trommel (ggf. nach Rückstellung des Einstellrädchens abzuziehen und die Trommelbremsbeläge auf Verschleiß und die Auflageflächen der Trommelbremsbeläge in der Bremstrommel zu prüfen. Bei starkem Verschleiß sind Beläge sowie ggf. die hinteren Bremstrommeln zu wechseln. In jedem Fall ist die Trommel innen zu säubern (Bremsenreiniger), der mechanische Teil vom Bremsmechanismus ebenfalls mit der Drahtbürste zu säubern und bewegliche Teile dünn mit Kupferpaste zu pflegen.
Vorsicht: Staubmaske tragen! Die Bremsteile sind nie mit Druckluft auszublasen, um den gesundheitsschädlichen Bremsstaub nicht großflächig zu verteilen!!!
24) Handbremseinstellung prüfen und einstellen (bis Modelljahr 1984).
Die Modelle Rekord E, Commodore C und Senator A haben bis Modelljahr 1984 keine selbstnachstellenden Trommelbremsbeläge gehabt. Daher sind die Handbremsen dieser Fahrzeuge manuell einzustellen.
25) Bremsleitungen und -schläuche Sichtprüfen.
Die Bremsleitungen dürfen keine Korrosionsspuren, Knicke, Brüche oder Druckstellen aufweisen, sonst sind diese zu erneuern.
Wer keine Erfahrung mit der Anfertigung von Bremsleitungen hat und/oder die Bremsanlage nicht entlüften kann, muss eine eventuell notwendige Reparatur einer Fachwerkstatt überlassen.
Die Bremsschläuche dürfen nicht rissig, verdreht montiert oder aufgequollen sein, sonst sind diese zu erneuern. Gequollene Bremsschläuche können für festsitzende Bremskolben und schief ziehende Bremsen verantwortlich sein.
26) Auspuffanlage Sichtprüfen.
Die Auspuffanlage ist auf Dichtheit und Rost zu prüfen. Durchrostete Auspuffteile sind zu erneuern, beschädigte oder fehlende Haltegummis der Auspuffanlage sind zu erneuern, gelöste Rohrverbindungen sind zu befestigen oder nachzuspannen.
27) Gummibälge der Rad- und Spurstangengelenke prüfen.
Sämtliche Gummibälge an Rad- und Spurstangengelenken sowohl an der Vorder- als auch an der Hinterachse sind auf Risse zu prüfen. Beschädigte Bälge erfordern immer den Austausch des betroffenen Gelenkes.
28) Radbefestigung prüfen und ggf. korrigieren.
Die Felgen
dürfen an den Sitzen der Radschrauben bzw. Muttern keinen Rost aufweisen,
ansonsten ist dieser zu entfernen, da sich durch die Isolationswirkung des
Rostes Radschrauben und Felgen bei Erwärmung unterschiedlich stark ausdehnen.
Dies kann die Lockerung der Schrauben / Muttern im Fahrbetrieb bewirken!
Alufelgen sind per Drehmomentschlüssel mit 90 Nm, Stahlfelgen mit 110 Nm über
Kreuz festzuziehen.
29) Fahrwerk Sichtprüfen
Bei angehobenem Fahrzeug kann das Radlagerspiel geprüft werden, indem an jedem Rad axial und horizontal gerüttelt wird. Bei feststellbarem Spiel muß das Radlager entweder korrekt eingestellt oder ausgetauscht werden. Je nach Fahrzeugmodell werden hierfür Spezialwerkzeuge gebraucht, so daß diese Arbeit von einer Fachwerkstatt durchgeführt werden sollte.
Die Federn sollten auf Bruch überprüft werden. Gebrochene Federn sind zu ersetzen. Die Stoßdämpfer sollten auf Ölspuren geprüft werden. Spätestens bei sichtbaren Ölspuren am Dämpfer sind beide Stoßdämpfer dieser Achse auszutauschen.
Auch die Hinterachshauptlager sind auf Verschleiß zu prüfen. Hierzu ggf. mit einem Montierhebel prüfen, ob sich der Metallkern vom Gummi abgelöst hat. Ggf. sind beide Achslagerelemente zu wechseln.
An den Pendelstützen des Vorderachsstabilisators kann durch Rütteln geprüft werden, ob unzulässiges Spiel besteht. Bei vorhandenem Spiel sind beide Pendelstützen zu ersetzen.
Ungleichmäßig abgefahrene Reifen können einen Hinweis auf eine verstellte Fahrwerkseinstellung geben. Die exakte Prüfung und Einstellung muss in einer Fachwerkstatt vorgenommen werden.
30) Reifenzustand, Reifenluftdruck prüfen und ggf. korrigieren.
Die Profiltiefe sollte an jeder Stelle der Lauffläche bei Sommerreifen nicht unter 3 mm, bei Winterreifen 4 mm betragen. Die gesetzliche Profil-Mindesttiefe beträgt 1,6 mm, die aus Sicherheitsgründen aber nicht so weit abgenutzt werden sollten. Spätestens bei 3 mm Restprofiltiefe sind Sommerreifen, Winterreifen bei einer Restprofiltiefe von 4 mm zu ersetzen.
Der Reifenluftdruck ist gemäß Betriebsanleitung an sämtlichen Reifen (Reserverad nicht vergessen!) einzustellen. Beulen, Ausbrüche oder eingearbeitete Fremdkörper im Reifen sollten fachmännisch begutachtet und ggf. repariert werden. Nichtbeachtung kann Reifenplatzer und damit schwere Unfälle heraufbeschwören!!! Die Reifen sollten überdies spätestens 6 Jahre nach Herstellung (siehe DOT- Nummer) ungeachtet der Profiltiefe ausgetauscht werden.
31) Frontscheibe Sichtprüfen
Die Frontscheibe ist auf Beschädigungen zu prüfen. Gerissene oder im Sichtfeld des Fahrers gelegene Schäden bedingen den Austausch der Scheibe. Der Austausch einer geklebten Scheibe ist Sache der Fachwerkstatt.
32) Karosserie Sichtprüfen
Die Karosserie ist auf Rostschäden zu prüfen. Roststellen ggf. behandeln und vor erneutem Rostbefall schützen. Durchrostungen, insbesondere an tragenden Fahrzeugteilen sind fachmännisch zu schweißen, was in der Regel ein Fall für die Fachwerkstatt ist.
Die Wasserabläufe an der Spritzwand sind zu reinigen. Verstopfte Abläufe können zum Wassereinbruch in den Innenraum führen.
Das ggf. vorhandene Schiebedach ist auf korrekte Funktion zu überprüfen. Ggf. ist das Schiebedach korrekt einzustellen.
33) Elektrik prüfen
Die Fahrzeugbatterie ist auf ausreichende Befestigung zu prüfen. Beide Pole sind mit Polfett zu behandeln. Alle elektrischen Komforteinrichtungen sind auf Funktion zu überprüfen. Fehlerhafte Bauteile ggf. ersetzen.
Nach Abarbeitung der obenstehenden Prüfungspunkte sollte eine Probefahrt durchgeführt werden.